DEVOUR, ECLIPSE

Leon Simonis

2025 | PLA, LED-Licht, gefärbtes Wasser, PVC-Schläuche, Acrylglasbecken, Wasserpumpe, Edelstahl, Trockenpflanzen, Latex | 10.05. - 30.06.2025

Dunkle Flüssigkeit fließt langsam an der Schale einer großen, transparenten Puppe entlang, die im Zentrum der Installation hängt – eine 3D-gescannte und gedruckte Puppe des Atlasspinners, des größten existierenden Nachtfalters.

Durch transparente Schläuche, die sich von zwei filigranen Stahlstreben spannen, pumpt die Puppe Flüssigkeit aus dem Becken unter ihr – wie ein Herz, das im Brustkorb pulsiert.

Stachelige Pflanzen, umhüllt von öligem, nassem Latex, sprießen durch den dichten Nebel im Becken. Dieser Nebel wird durch schwere Tropfen aufgewirbelt, die von der Puppe herabfallen.

Eine blendende Lichtader erleuchtet die Puppe von innen und lockt im Dunkeln Motten an.

Ein ornamentales Muster, das in das Latex der Fensterscheibe eingerissen wurde, rahmt die Installation.

Die kulturelle Darstellung von Motten ist – im Gegensatz zu der von Schmetterlingen – von düsterem Mystizismus und volkstümlichen Erzählungen geprägt. Motten werden gemeinhin mit Tod und Wiedergeburt in Verbindung gebracht. Sie schlüpfen aus der Dunkelheit ihrer Kokons in die Dunkelheit der Nacht. Ihre unstillbare Sehnsucht nach Licht endet oft tödlich.

Eine Ansammlung von Motten nennt man „Eklipse“ oder „Flüstern“. Ihre wimmelnden Körper verdunkeln die verlockende Lichtquelle – sie haben ihre Bestimmung verschlungen.

@blitzbube

Mit freundlicher Unterstützung von Wüstenrot Stiftung, Rosspartner Werbetechnik, GEISTUNDGELD e.V., SV SparkassenVersicherung, und Kulturamt Stuttgart