Wuchere Hier

Stephanie Bothe

2024 | Videoperformance (7.54 Minuten), Verspiegelung, Siebdruck des Hornblatts | 19.10. - 11.01.2025

Diese Ausstellung fand im Rahmen des Projekts DESERTIFICATION in Kooperation mit dem KUNSTVEREIN NEUHAUSEN statt und war Teil einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Offspace kunst [ ] klima und dem Art, Science and Buisness Programm der Akademie Schloss Solitude.

Eine Berührung, unerwartet, nicht geplant, ein Erschrecken, ein Herzklopfen. In der Ausstellung ihrer Arbeit Wuchere Hier interessiert Stephanie Bothe die Frage, ob der Mensch Teil der Natur ist (Monismus, bspw. Guattari: humans are „in“ and „of“ nature) oder außerhalb der Natur steht (Dualismus, bspw. Marx´ Stoffwechseltheorie – der Mensch verändert durch Arbeit die Natur, die Natur verändert den Mensch). Ist die Kunst Teil der Natur oder nicht?

Es geht ihr um die zunehmende Entfremdung, die Angst vor dem Kontrollverlust gegenüber der Natur (bspw. beim Schwimmen im See oder beim Lesen von Berichten zum Klimawandel). Ist die Entfremdung nur ein Phänomen der Industrialisierung oder auch Selbstschutz? Angesichts der menschlichen Verwundbarkeit im Vergleich mit nicht-

menschlichen Aktanten (Bakterien, Viren, giftige Spinnen, scharfe Zähne wilder Tiere usw.), die nach Übernahme von Handlungsmacht schreit: Häuser, Städte, Sicherheitsvorkehrungen, die uns vor der Berührung mit den Anderen beschützen. Haben wir es damit übertrieben, diese Berührungen zu vermeiden?

Die Videoperformance zeigt die Berührung eines menschlichen Körpers mit einer Wasserpflanze. Das Audio basiert unter anderem auf Formulierungen, die aus ca. 30 Artikeln der deutschlandweiten Tagespresse zum Vorkommen des Hornblatts in Seen stammen. Wer formt unsere ästhetische Wahrnehmung (Ist eine Wasserpflanze schön oder nicht?) und unsere Reaktion (Sollte ich mich vor der Berührung mit einer Wasserpflanze schützen?)?

@stephanie.bothe

www.stephanie-bothe.de

Mit freundlicher Unterstützung durch Projektraum kunst [ ] klima, Rosspartner Werbetechnik, Ritter Sport, GEISTUNDGELD e.V., SV SparkassenVersicherung, Wüstenrot Stiftung und Kulturamt Stuttgart